Baumschutzinitiative Hannover

Forsthüter & Parkranger
 

Die Stadt Hannover hatte 1995, als ich zur ehrenamtlichen Feld- und Forsthüterin ernannt wurde, 40 solche Helfer - darunter nur wenige Frauen.
Die meisten Ehrenbeamten waren frühere oder momentane Stadtangestellte und erhielten 65,-- DM Aufwandsentschädigung im Monat.
Es dauerte ca 1 Jahr, bis ich die erbetene Kontaktliste über meine Kollegen erhielt - und dann auch noch ohne Telefon-Nr!

Ein langjähriger Feld- und Forsthüter wohnte im Georgengarten und schien deshalb den Park als seinen "Privatpark" zu betrachten.
Ich habe ihn nie in seiner öffentlichen Aufgabe tätig gesehen. - Im Gegenteil: Er fiel mir sofort in den Rücken und sagte, ich machte das alles falsch - er wüßte, wie man es richtig macht, ohne Ärger zu bekommen - verriet  mir aber nicht wie!

Sein Kutschengewerbe schien ihm wesentlich wichtiger zu sein und ich habe wiederholt Beschwerde gegen ihn erhoben.
Nachdem ich mich mehrmals über die Mißachtung der vorgeschriebenen Kutschenroute beklagt hatte, wurde ihm vom Grünflächenamt erlaubt, auf allen Wegen zu fahren!

Ein anderes Ärgernis waren seine privaten Treckerfahrten durch den Park. Da meine Beschwerden erfolglos waren, erstattete ich Anzeige gegen ihn.  -  Daraufhin erhielt er eine Generalgenehmigung, auf allen Wegen mit dem Trecker durch den Park zu fahren!!!  (Mir wurde mitgeteilt, er hätte dem Grünflächenamt "geholfen"!)
 

Mein Bemühen im Park wurde auch von anderen Feld- und Forsthütern kritisiert.
Dazu kam die AMTLICHE SCHWEIGEPFLICHT!
Mir wurde verboten, irgendetwas über meine Beobachtungen weiterzusagen.

Als ich mich an die Zeitung wandte, weil die Studenten ihre Autos am Contihochnaus unter Bäumen parkten, wurde ich hart zurechtgewiesen: Das dürfte ich nicht sagen - ich müßte das dem Presseamt melden.
Mein Argument, daß es ja eigentlich kein Geheimnis ist, weil es jeder sehen kann, wurde ignoriert.

!995 wurde ich aufgefordert, an einem Verwaltunskurs teilzunehmen, was mir aufgrund persönlicher Gründe (Todesfall) unmöglich war. Ich bat, mich zum nächsten Kurs anzumelden. Trotz mehrfacher Nachfrage wure mir aber kein erneutes Angebot gemacht.

Diese Nichtteilnahme wurde mir dann als Kündigungsgrund vorgeworfen

In Wirklichkeit vermute ich, daß der Stadtverwaltung mein Bemühen um den Erhalt der Natur ein Dorn im Auge war!!!
 
 

Siehe auch:  Feld- und Forsthüter
Siehe auch:  Merkblatt für Feld- und Forsthüter(innen)
Siehe auch:  Bestellung, Ernennung, Ausweis, Kündigung
Siehe auch:  HaSo 1, HAZ 21 (Feld- und Forsthüterin)
Siehe auch:  HaWo 4, HAZ 15 (Conti-Hochhaus)
Siehe auch:  HAZ17, HAZ 20, Sp1, HAZ 22, HaSo 2, HAZ 24, HAZ 25
(Zur historischen Wiederherstellung des Georgengartens)
Siehe auch:  HaSo 4, HAZ 27 , Sp 2, Offener Brief (Kündigung des Ehrenamtes)
 
 
 

Parkranger

Im Herbst 1999 stellte das Grünflächenamt Parkranger ein.
Der für den Georgengarten zuständige Parkranger hatte ein so großes Revier (von der Nordstadt bis Marienwerder!), daß er nur selten den Georgengarten besichtigen konnte
Ich bat um ein Treffen mit ihm, was jedoch sehr negativ verlief: Er war schon vorher vom Grünflächenamt gegen mich aufgehetzt worden und es war aussichtslos, eine Zusammenarbeit mit ihm zu erzielen.
Siehe auch: Gespräch mit einem Parkranger (in Arbeit)
 

Im Herbst 2000 kam ein neuer Parkranger, der *nur* für den Georgengarten zuständig war. Es entwickelte sich eine konstruktive Zusammenarbeit mit ihm. Darüberhinaus erkannte das Grünflächenamt durch seine Tätigkeit, daß meine Beschwerden berechtigt waren, weil der Parkranger gleiches erlebte und beanstandete. Dadurch fand mein Engagement mehr Anerkennung und Unterstützung.
Doch leider wurde dieser äußerst engagierte Parkranger nach einem Jahr wieder entlassen.
Ich vermute, daß er für die Verwaltung ebenso unbequem war wie ich, weil er seine Arbeit ernst nahm und mit seinen Anzeigen den Ämtern zusätzliche Arbeit machte.

Seitdem gibt es nur noch 5 Parkranger für das ganze Stadtgebiet!!!
 
 


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