Baumschutzinitiative Hannover

Hallo Sonntag, 10.8.97

Ex-Forsthüterin prangert an:
,,Baumschutzsatzung wird ausgehöhlt"
Hannover (otk). "Die Baum-
schutzaatzung der Stadt Han-
nover ist eine Farce", schimpft
die ehemalige Forst- und Feld-
hüterin Julia-Gertraud Ha-
mann. Keinen Sinn sieht sie in
einem Regelwerk, das ständig
unterwandert wird.
Als Streitern gegen die histo-
rische Wiederherstellung des
Wegenetzes im Georgengarten
vor dem Wilhelm-Busch-Muse-
um hatte die engagierte Natur-
schützenn bereits vor einiger
Zeit von sich reden gemacht.
Insbesondere das Wurzelwerk
von 40 bis 50 Bäumen, schätzt
Hamann, sei durch den Bau
beschädigt worden. Das zu-
ständige Grünflächenamt be-
tonte hingegen die sorgfältige
und sachgerechte Durch-
führung der Arbeiten.
Nun zieht Frau Hamann ge-
gen auf Grünflächen parkende
Autos zu Felde. Ein Kampf ge-
gen Windmühlen, wie es
scheint, obwohi sie schon klei-
nere Erfolge verbuchen konn-
te. Gegen Halter einiger von
ihr aufgelisteter Fahrzeuge
wurden Ordnungswidrigkeits-
verfähren eingeleitet. Beson-
ders in der Nähe des Zoos wür-
de immer wieder auf Waldwe-
gen, Baumscheiben, am Wald-
rand und auf Fuß- und Radwe-
gen geparkt werden. Ahnliches
sei allerdings auch bei Großer-
eignissen. wie dem Maschsee-
fest oder Veranstaltungen in 
den Herrenhäuser Gärten, zu
beobachten.
Als besonders anstößig emp-
findet es die 54jährige, wenn,
wie beim Lichterfest gesche-
hen, rund um den Großen Gar-
ten Parkplätze von der Stadt
für vier Mark angeboten wer-
den. Zum einen würde man so
die sonst vollmundig propa-
gierte Förderung des ÖPNV
konterkarieren. Zum anderen
schädige das Parken zwischen
den Bäumen deren Wurzelbe-
reich. Ob ein solches Handeln
nicht gegen die Baumschutz-
satzung verstoße, wollte Ha-
mann vom Umweltamt wissen.
Die Nachweisbarkeit eines ur-
sächiichen Zusammenhanges
zwischen dem parkenden Fahr-
zeug und der Schädigung des
Baumes sei entscheidend, lau-
tete die Antwort. "Da Beein-
trächtigungen an Bäumen erst
Jahre später auftreten können,
ist ein einwandfreier Beweis
natürlich nicht zu erbringen",
entgegnet Hamann.
Mittels eines von ihr gestalte-
ten Infomobils (ein Fahrrad
mit Zubehör) macht die Baum-
schützerin auf Stadtteil-, Kir-
chen- und Kinderfesten auf
derlei Mißstände aufmerksam


Mit ihrem mobilen Stand informiert Julia-G. Hamann über den Baumschutz in Hannover. Foto: otk


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