Baumschutzinitiative Hannover

Hallo-Sonntag, 5.7.98
 
,,Stadt fördert wildes Parken"
Baumschützerin schlägt Alarm
  HERRENHAUSEN (otk). 
"Der Worte sind genug ge-
wechselt, jetzt müssen Taten
folgen', entrüstet sich Julia-
Gertraud Hamann.
Die Baumschützerin
kämpft seit rund drei Jahren
gegen die Parkplatzregelung
bei Veranstaltungen in den
Herrenhäuser Gärten. Bei den
Lichterfesten oder Konzerten,
Kleinen Festen im Großen 
Garten oder den Feuerwerks-
wettbewerben sei das Bild im-
mer das gleiche: Hunderte
von Fahrzeugen parken auf
den Grünflächen rund um
den Veranstaltungsort, direkt 
unter Bäumen und damit im 
sensiblen Wurzelbereich.
Schlimm findet die ehema-
lige Feld- und Forsthüterin,
daß die Stadt das Abstellen
von Autos in eigentlich verbo-
tenen Zonen mittlerweile to-
leriert und darüber hinaus davon 
profitiert. ,Vier Mark kostet 
ein Parkplatz auf der
grünen Wiese bei Großveran-
staltungen", berichtet sie. Da-
mit werde die Baumschutz-
satzung der Stadt Hannover
ständig unterlaufen. Man 
hält sich einfach nicht an die 
eigenen Beschlüsse. kriti-
siert Hamann. Falsches Park-
verhalten werde durch diese
Inkonsequenz gefördert.
Dem Autofahrer ist doch
nicht verständlich zu ma-
chen, warum er hier auf dem 
Rasen halten darf, während
er an anderer Stelle mögli-
cherweise eine Geldbuße zah-
len muß oder abgeschleppt
wird."
Selbst wenn bestimmte Be-
reiche im Georgengarten 
zunächst abgeriegelt würden,
die Sperrung sei obsolet, so-
bald die Blechlawine rollt,
moniert sie. Eingesetzte 
Wach- und Sicherheitsdienste
seien oftmals mit der Koordi-
nation überfordert, von
Baumschutz wüßten sie 
meist nichts.
Sicherlich sei eine Einrich-
tung wie das Kombi-Ticket 
(Im Veranstaltungspreis ist 
die kostenlose Benutzung des 
ÖPNV enthalten) begrüßens-
wert. Doch einerseits werde
diese Möglichkeit zu wenig 
genutzt und andererseits lau-
fe die Maßnahme ins Leere,
wenn, wie bei Feuerwerken,
motorisierte Zaungäste in 
den Georgengarten strömten.
Beim Grünflächenamt hat
Julia Hamann unzählige Male
auf die Park-Mißstände auf-
merksam gemacht. Man müs-
se ausreichend Parkraum vor-
halten, anderufalls würden
weniger Besucher zu den Ver-
anstaltungen kommen, sei
die Standard-Ausrede.
,,Ansonsten ist die Verwal-
tung hilflos", so Hamann. Sie
wünscht sich einen Ansprech-
partner der Behörde vor Ort.

 


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