Baumschutzinitiative Hannover

Hallo Sonntag, 2.8.98

Stadt wehrt sich gegen Vorwürfe
Parksituation in Herrenhausen
HERRENHAUSEN (otk). "Davon,
daß die Stadt wildes Parken för-
dert, kann keine Rede sein", ent-
rüstet sich Helmut Rohmeyer.
Der Koordinator für die Herren-
häuser Gärten, zuständig für die
wirtschaftlichen Belange rund
um die Anlagen, reagiert damit
auf Vorwürfe, die insbesondere
von der ehemaligen Feld- und
Forsthüterin, Julia-Gertraud Ha-
mann, erhoben wurden (hallo
Sonntag berichtete).
Die Baumschützerin kämpft
seit einiger Zeit gegen die Park-
platzregelung bei Veranstaltun-
gen in Herrenhausen. Ihrer Mei-
nung nach werden die Bestim-
mungen der Baumschutzsatzung
bei solchen Anlässen ständig un-
terlaufen, ohne daß die Stadt Ab-
hilfe schaffen würde. Dem 
widerspricht Rchmeyer:
"Seit wir im letzten Jahr die
Wach- und Schließgesellschaft
mit der Koordination der Park-
platzeinweisung beauftragt ha-
ben. hat sich die Situation erheb-
lich verbessert." Neben dem Park-
platz am Georgengarten würde
die Stadt bei größeren Events
außerdem die Flächen der be-
nachbarten EKD, der Kunsthoch-
schule, der Uni und der umlie-
genden Sportvereine anmieten.
Grünflächen würden erst dann
freigegeben werden, wenn kein
anderer Raum mehr zur Verfü-
gung stände. "Wir tun alles in
unserer Macht stehende, um das
Parken auf Baumscheiben bezie-
hungsweise im Wurzelbereich
von Bäumen zu verhindern", er-
gänzt Thomas Amelung, Garten-
meister, verantwortlich für Geor-
gen- und Großen Garten. Bereits
im Vorfeld würden er, Rohmeyer
und der Verantwortliche der
Wach- und Schließgesellschaft in
Fragekommende Flächen aussu-
chen, "Daß es immer wieder Un-
belehrbare gibt, die durch ihr
Park- oder Fahrverhalten der Na-
tur schaden, ist unbestritten. Lei-
der sind wir dagegen machtlos",
erklärt Amelung. Fahrzeuge ab-
schleppen zu lassen, sei nicht die
Lösung und zudem rechtlich
fragwürdig, so Rohnseyer. Fakt
ist, daß sich die Anzahl der Ver-
anstaltungen in den letzten Jah-
ren deutlich erhöht, dementspre-
chend auch die Besucherzahl zu-
genommen hat, von 28 200
(1995) auf 373 600 (1997). Die
Verantwortlichen stecken ohne Fra-
ge in einem Dilemma: Ein Plus
an Veranstaltungen spüle Ein-
nahmen in den chronisch leeren
Stadtsäckel. Geld, das wiederum
den Herrenhäuser Gärten zugute
kommt. Mehr Besucher, insbe-
sondere wenn sie mit dem Pkw
anreisen, bedeuten auf der ande-
ren Seite größere Belastungen
für die Umwelt.

 


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