Baumschutzinitiative Hannover

HAZ, 21.10.93

Nienburger Straße
,,Bäume werden Eingriff nicht überleben"
Julia-Gertraud Hamann liebt die Natur.
Direkt vor ihrem Haus an der Nienburger
Straße wird zur Zeit die Fahrbahn ver-
breitert - und das macht Frau Hamann
Sorgen. Für einen halben Meter zusätzli-
cher Fahrbahn soll ein Stück des Baum-
streifens weichen, der die Straße von der
Stadtbahntrasse trennt. Die Verwaltung
hält das Vorhaben für möglich, die Be-
zirksregierung für unbedenklich. Hamann
ist, anderer Meinung: Sie ist davon über-
zeugt, daß die angrenzenden Bäume ster-
ben werden, weil ihre Wurzeln zu stark in
Mitleidenschaft gezogen werden.
In ihren Augen geht die Stadt von fal-
schen Voraussetzungen aus. In einer An-
liegerinformation aus dem Juni ist von ei-
nem 4,5 Meter breiten Grünstreifen die
Rede, der vom Schneiderberg bis zur Ap-
pelstraße reduziert werden soll. Die An-
wohnerin hat nachgemessen und festge-
stellt: Die Grünfläche ist zwar am östli-
chen Ende tatsächlich viereinhalb Meter
breit, wird in Richtung Herrenhausen je-
doch immer schmaler. Am anderen Ende,
kurz vor der Haltestelle Parkhaus, liegen
zwischen Schienenweg und Straßenbelag
nur noch drei Meter Baumatreifen. Vom
Ansatz der Stämme bis zum Bordstein
bleiben zwei Meter.
Matthias Hollerbach, Student der Frei-
raumplanung und entschiedener Kritiker
der städtischen Pläne, ist sich sicher, daß
die Bäume die von der Stadt geplante
Baumaßnahme nicht überleben würden.
Am schmalen Ende werde den Spitz- und
Bergahorns die Hälfte des Wurzelwerkes
weggeschnitten. Davon könne sich ein
Baum nicht erholen. Zumindestens ist
die Standsicherheit so sehr gefährdet, daß
ohnehin irgendwann gefällt werden muß
meint der Student. 
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