Baumschutzinitiative Hannover





Datum=07.11.1996; Quelle=HAZ; Ressort=STAN;
Überschrift=Zwanzig_Linden_sind_noch_zu_retten;
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GEORGENGARTEN / SPD-Politiker unterstützt Baumschutzinitiative

“Zwanzig Linden sind noch zu retten³

“Zwanzig Linden können wir noch retten³, so lautet die hoffnungsvolle
Prognose von Julia-Gertraud Hamann, Sprecherin der Baumschutzinitiative
Hannover. Gemeint sind die Bäume, die den historischen Umbauarbeiten im
Georgengarten zum Opfer fallen könnten. Wie berichtet, wird zur Zeit die
Wegeführung in der Umgebung des Wilhelm-Busch-Museums für 395 000 Mark
derartig umgestaltet, daß sich die Spaziergänger künftig wie vor 150 Jahren
fühlen dürfen. Der Teilbereich vom Museum bis zur Herrenhäuser Allee ist
bereits in den alten Zustand versetzt worden.

Der Einspruch von 1050 Hannoveranern und eine kleine Demonstration konnten
dies nicht verhindern. Nun sollten ein von allen Initiativmitgliedern
unterzeichneter Brief an Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg und ein
Bürgerantrag im Rat und Bezirksrat Hilfe für die Bäume schaffen. Verhindert
werden soll damit die Umwandlung der Wege zwischen Allee und Nienburger
Straße. Denn “es gibt doch keinen Grund mehr, mit dem Umbau weiterzumachen,
ein historischer Weg ist nämlich bereits wegen zu schützender seltener
Gräser gestrichen worden³, gibt die Baumschützerin zu bedenken. Demnach sei
die historische Genauigkeit ohnehin nicht mehr zu erreichen. Der ökologische
Preis des Expo-Projekts stehe deshalb in keinem Verhältnis mehr zum
angestrebten Erfolg der Umbauten.

Rückenwind erhält Hamann nun von Werner Helwig, Fraktionsvorsitzender der
SPD im Bezirksrat Nord. “Obwohl bei den bisherigen Umbauarbeiten sehr
vorsichtig vorgegangen werden sollte, um die Wurzeln der Bäume zu schonen,
hat es abredewidrig Baggereinsätze bei den Wegausschachtungen gegeben³,
beklagt er sich über das Grünflächenamt. Mit Hamann einig ist sich der
Politiker auch in der Bewertung der neuen historischen Wegführung. Sie sei
umständlich, verlange Umwege und reiche auch ästhetisch nicht an die
bisherige heran.

“Doch vom Bezirksrat aus können wir leider nichts gegen die bevorstehende
nördliche Weiterführung der Umbauten unternehmen³, schränkt Helwig die
Hoffnung der Baumschützer ein. “Die Verwaltung besteht auf Umsetzung des
Beschlusses des Stadtrates.³ Das bestätigt auch Kaspar Klaffke, Leiter des
Grünflächenamtes: “Der Ratsbeschluß ist eindeutig, da gibt es nichts mehr zu
diskutieren. Wir werden nun, nachdem die Skaterfläche im Georgengarten
genehmigt ist, auch die Arbeiten an der Wegeführung fortsetzen.³

Julia-Gertraud Hamann und ihre Mitstreiter aber wollen bis dahin für “ihre³
Bäume im Georgengarten weiterkämpfen. vm
 


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