Baumschutzinitiative Hannover





(c) 1993 Verlagsgesellschaft Madsack

Datum=19.12.1996; Quelle=HAZ; Ressort=STAN;
Serie=Stadtteilgeschichten_NACHSCHLAG_Vor_einem_Jahr;

Stadtteilgeschichte(n)

NACHSCHLAG
Vor einem Jahr

. . . begann die ehrenamtliche Forst- und Feldhüterin Julia-Gertraud Hamann

ihren Feldzug gegen den gestalterischen Ehrgeiz der Stadt. Rechtzeitig zur
Expo will die Kommune nämlich dem Georgengarten sein ursprüngliches Gesicht
wiedergeben, Bausünden der Vergangenheit ausbessern und das Wegenetz so
umbauen, daß es dem Original aus dem 19. Jahrhundert entspricht. Völlig
überflüssig und gefährlich für die alten Bäume, so lautete das Urteil der
Baumfreundin, die sich fortan zum Ziel machte, wenigstens die gröbsten
Versäumnisse des Gartenbauamtes wenn nicht schon zu verhindern, dann
wenigstens anzuprangern. Ungerührt protestierte sie gegen das Vorhaben,
mobilisierte eine kleine Demonstration, gründete eine Baumschutzinitiative
und versammelte Mitstreiter aus dem Stadtteil hinter sich. Ebenso ungerührt
werkelte das Grünflächenamt weiter an den Wegen. Immerhin kann es sich auf
einen Beschluß des Rates stützen und Baumschäden erwartet es nicht.
Diskussionsbedarf gibt es nach Ansicht der Stadtverwaltung ebenfalls nicht
mehr, überhaupt sind die Leute vom Amt echt genervt, wenn das Thema
Baumschutzinitiative angesprochen wird. Was für Julia-Getraud Hamann wohl so
eine Art Teilerfolg ist: Wenn sie den Umbau schon nicht stoppen kann, geht
er wenigstens nicht in aller Stille weiter. vo
 


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