Baumschutzinitiative Hannover


HAZ vom 24.9.05:
Leserbrief  "Auflagen mißachtet"  - Stark gekürzt! (s.u.)
zu dem Bericht "Herbstfest mit Rekord" vom 19. September

Vor 10 Jahren wurde der Georgengarten für teures Geld original historisch wieder
hergestellt. Dabei wurden zahlreiche Bäume geschädigt und gesunde Bäume gefällt.
Und nun wird der historische Park durch gewerbliche Vermietung wieder zerstört.
Seit der Expo fanden bereits zehn Großveranstaltungen rund um den Leibniztempel
statt - mit steigender Tendenz. Das diesjährige Herbstfestival ging mit einem
Rekord von 22 000 Gästen (in drei Tagen!) und 150 Ausstellern zuende.

Die Baumschutzinitiative Hannover hat wiederholt darauf hingewiesen, daß die
Bäume sowohl durch parkende Besucherautos auf den umliegenden Grünflächen als
auch durch Lieferfahrzeuge beim Auf- und Abbau auf dem Gelände geschädigt werden (Bodenverdichtungen!). Dadurch gehen die Bäume ein und müssen - nach
entsprechender Reaktionszeit - aus Sicherheitsgründen abgesägt werden.

Die Auflagen der Stadt zum Schutz der Bäume werden mißachtet und es finden keine wirksamen Kontrollen statt, sodaß der Verlust vorprogrammiert ist.

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Anmerkung:
Dieser Teil des Leserbriefes wurde einfach weggelassen (obwohl die Redaktion jeden Tag schreibt, daß sie sich vom Inhalt der Leserbriefe distanziert!!!):

Bis die Schäden sichtbar werden, sind die Verantwortlichen längst in Pension und
die nachfolgenden Generationen haben das Nachsehen. Es ist eine Frage der
Weitsicht, ob der finanzielle Gewinn die irreparable Zerstörung der Herrenhäuser
Gärten rechtfertigt - während das EXPO-Gelände mit riesigen ungenutzten
Parkplätzen verödet.

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Hannover                                                                       Julia-Gertraud Hamann
                                                                           Baumschutzinitiative Hannover
 

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Korrespondenz mit der HAZ über den gekürzten Leserbrief:

E-mail am 3.10.05 an Hr. B  (Moderator der HAZ bei der Tagung "Diesseits von Eden" am 16.11.04 in Hannover-Herrenhausen):

Sehr geehrter Herr B.
bei der Tagung über das Marketing von historischen Gärten in der Galerie 2004
habe ich mich zu dem Problem der Vermietung des Georgengartens geäußert.

Am 20.9.05 sandte ich einen Leserbrief zu diesem Thema an die HAZ mit der Bitte
um Veröffentlichung.
Der Brief wurde am 24.9. mit der Überschrift "Auflagen mißachtet" veröffentlicht
- aber leider wurden die letzten drei Zeilen weggekürzt, sodaß ein wesentlicher
Aspekt des Briefes verloren ging.
Darüber war ich sehr enttäuscht und rief am 28.9. Fr. B. an. Aber anstelle
eines Bedauerns fauchte sie mich an, der Leserbrief sei "zu lang" gewesen.

Leider weiß ich nicht, was für Sie "zu lang" heißt, weil am nächsten Tag 4 von 7
Leserbriefen länger waren als meiner - insbesondere der von Prof. Dr. B. B., der
meinen Brief um 57 % übertraf!!!
Das hat mich zusätzlich verärgert und ich versuchte noch einmal, mit Fr. B.
darüber zu sprechen - was aber leider wieder mißlang und mit Beschimpfungen
endete.
In meiner Not wandte ich mich an den Chef vom Dienst, Hr. H, der meinen
Ärger über die Uneinsichtigkeit von Fr. Briem sehr gut verstehen konnte - und
mir empfahl, mich an Sie zu wenden.

Ich habe wiederholt den Eindruck gewonnen, daß die Kürzung der Leserbriefe vom
Wohlwollen der Bearbeiter abhängt. Das finde ich ungerecht und ich würde mich
freuen, wenn Sie eine Maximallänge für Leserbriefe angeben könnten, die eine
vollständige Veröffentlichung gewährleistet.
Dann könnte ich selbst entscheiden, was mir wichtig ist!

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Hr B antwortete am 4.10.05:
Sehr geehrte Frau Hamann,
haben Sie Dank für Ihre Mail. Ich kann Ihnen versichern: Niemand in der HAZ
hat etwas gegen Sie oder Ihre Briefe.
Im Zeitungsalltag regieren allerdings die Anforderungen des Tages - und die
sind jeweils sehr unterschiedlich. Das macht unseren Beruf so interessant
{und manchmal auch so schwierig). Der Platz, der für Briefe unserer Leser
zur Verfügung steht, schwankt ­ je nach Tagesgeschehen und Anzeigenaufkommen
­ sehr stark. Daher kann es gut sein, dass ein Brief an einem Tag kräftiger
gekürzt werden muss, als dies an einem anderen Tag der Fall ist. Das lässt
sich nicht immer vorhersagen. Deshalb weisen wir ja stets darauf hin, dass
die Briefe zuweilen gekürzt werden werden müssen.
Sorry - aber so ist das nun einmal.
--
Mit freundlichen Grüßen
H.B.
stv. Chefredakteur
Hannoversche Allgemeine Zeitung

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Anmerkung:  Ich habe die Erfahrung gemacht, daß bei vielen Berichten und Leserbriefen wesentliche Teile weggelassen wurden - oder die Informationen wurden sinnentstellt und bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt und beschnitten dargestellt - je nach persönlichem Geschmack des Bearbeiters.  - Und das Ganze nennt sich dann "unabhängige und unparteiiesche" Berichterstattung!!!!
 


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