Baumschutzinitiative Hannover







Briefwechsel mit dem Chefredakteur
einer großen hannoverschen Tageszeitung
 

baumschutz.hannover schrieb am 4.2.00:
Sehr geehrter Herr M,
vielen Dank für Ihr Angebot, Ihre Zeitung 2 Wochen kostenlos zu lesen.
Ich kenne Ihre Zeitung seit meiner Kindheit und habe sie immer gern gelesen.
Allerdings habe ich vor 1 1/2 Jahren mein Abonnement gekündigt, weil Herr S 1/2 Jahr lang "keine Zeit" fand, über das wilde Parken am Großen Garten zu berichten.
Ihre Zeitung hat gelegentlich meine Beschwerden gegen die Stadtverwaltung aufgegriffen und z.B. Baumschädigungen im Stadtteilanzeiger veröffentlicht -  Neupflanzungen erschienen jedoch im Lokalteil.
An solchen "Kleinigkeiten" erkannte ich im Laufe der Jahre die Subjektivität Ihrer Berichterstattung und verzichte nun auf das Lesen Ihrer Zeitung. Falls ich irgendwann wieder eine Tageszeitung abonniere, wird es mit Sicherheit eine andere sein - zumal auch die Zustellung sehr zu wünschen übrig ließ.
Mit freundlichen Grüßen
Julia-Gertraud Hamann
 

Chefredaktion antwortete am 4.2.00:
  Sehr geehrte Frau Hamann,
  vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Ihre Gründe muss ich akzeptieren.
  Denn der Leser ist unser Kunde, und unser Kunde hat Recht. Allerdings fällt
  es mir schwer, die von Ihnen aufgeworfenen Fragen (wildes Parken am Großen
  Garten;an welcher Stelle wird über Baumschädigungen oder Neupflanzungen
  berichtet) als wesentlichen Maßstab für die Qualität und die Glaubwürdigkeit
  der HAZ zu erkennen. Es tut mir sehr leid, dass Sie die HAZ nicht mehr lesen
  wollen, obwohl Sie mit ihr so lange vertraut gewesen sind.
  Mit freundlichen Grüßen
  Dr. W. M .
(Chefredakteur)
 

baumschutz.hannover schrieb am 28.2.00:
Sehr geehrter Herr Dr. M,
ich danke Ihnen für Ihre freundliche Antwort vom 4.2.00
Das Wilde Parken am Großen Garten hat wieder begonnen.
Ich habe mich nun zum wiederholten Male bei Herrn Dr. K darüber beschwert und würde mich sehr freuen, wenn Sie dieses Thema einmal aufgreifen könnten, um größere Schäden während der EXPO zu verhindern
Eine Kopie meines Briefes füge ich bei.
Mit freundlichen Grüßen
Julia-Gertraud Hamann

NS: Ich wende mich heute an Sie persönlich, weil Ihre Mitarbeiterin sich normalerweise bei einem SPD-Ratsherrn erkundigt, was sie schreiben soll.  Dadurch fiel mein Anliegen, das ich heute zum wiederholten Male in der Fragestunde des Bezirksrates Nord vorgetragen werde, unter den Tisch.
 
 
 

baumschutz.hannover schrieb am 6.3.00:
Sehr geehrter Herr M,
am 28.2.00 schrieb ich Ihnen einen Brief (E-mail).
Da ich bis jetzt keine Antwort erhielt, bitte ich Sie um Bestätigung des Eingangs.
Mit freundlichen Grüßen
Julia-Gertraud Hamann

NS: Ich habe mein Anliegen heute auch im Umweltausschuß vorgetragen - leider war von Ihrer Zeitung niemand da.
 
 
 

Chefredaktion antwortete am 9.3.00:
Sehr geehrte Frau Hamann,
ich habe Ihre Briefe und Anregungen mit der Lokalredaktion besprochen. Die Lokalredaktion war der Meinung, dass wir schon wiederholt über das wilde Parken am Großen Garten geschrieben hätten und dass sich das Thema nicht für eine Kampagne (ständige Wiederholung) eigne.
Die Lokalredaktion war von Ihrer Anmerkung nicht erbaut, dass sich unsere Mitarbeiter bei irgendwelchen Ratsherren erkundigten, was sie schreiben sollten.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. W M

PS: Die Personalausstattung unserer Redaktion lässt es leider nicht zu,
dass wir an jeder Ausschusssitzung teilnehmen könnten.
 
 
 

baumschutz.hannover schrieb am 21.3.00:
Sehr geehrter Herr Dr. M,
vielen Dank für Ihre Antwort.
Da ich Ihre Zeitung seit 1 1/2 Jahren nicht mehr lese, sind mir Ihre wiederholten Berichte über das wilde Parken am Großen Garten leider entgangen und es hat mich auch niemand darauf angesprochen.
Darum würde ich die Berichte gerne nachlesen und bitte Sie, mir mitzuteilen, wann das war.
Außerdem möchte ich noch einmal klarstellen: Es geht mir dabei weniger um das Parken als um die Verlogenheit der Ämter - Aber gerade das scheint der Grund zu sein, warum meine Beschwerden bei Ihnen abprallen.
Manchmal habe ich den Eindruck, daß es mehr um die Person des Informanten (bzw um den Schutz eines Amtsleiters) geht als um die Sache selbst.
Die "Anmerkung" ist keine Erfindung von mir, sondern stammt von dem Ratsherrn persönlich - (ich habe nicht von "irgendwelchen" Ratsherren gesprochen!) - Ihre Redakteurin vom Bezirksrat Nord müßte wissen, um wen es sich handelt.
Ich kann mir vorstellen, daß die Lokalredaktion davon nicht erbaut war - ich war es auch nicht!  Diese Praxis läßt immerhin Zweifel an der Seriosität Ihrer Zeitung aufkommen.
Bezüglich Ihres Ärgers über meine Bemerkung fände ich es besser, wenn Sie in Ihrem eigenen Hause für eine Änderung dieser Praxis (von der ich auch im Umweltausschuß hörte) sorgen würden, anstatt mir Ihren Unmut entgegenzuschleudern. - Ich habe daran keinen Anteil!
Ich kann gut verstehen, daß Sie nicht an jeder Ausschußsitzung teilnehmen können - aber gerade darum halte ich eine sorgfältigere Erkundigung als Grundlage zur Berichterstattung für angebracht.
Von einer neutralen und unabhängigen Zeitung erwarte ich das jedenfalls.
Mit freundlichen Grüßen
Julia-Gertraud Hamann

NS: Ich war vor einigen Jahren auch wenig erbaut von der "Hofberichterstattung" Ihrer Zeitung: Als das Grünflächenamt Ihrem Redakteur eine falsche Auskunft gab und ich den Beweis erbringen wollte, daß meine Aussage stimmt, erhielt ich die Antwort: "Wenn das Amt das sagt, dann stimmt das. Das Amt hat immer recht!" - Das habe ich (mir) gemerkt.
 
 
 

baumschutz.hannover schrieb am 19.4.00
Sehr geehrter Herr Dr.M,
am 21.3.00 sandte ich Ihnen eine E-mail und erhielt bis jetzt keine Antwort.
Bitte teilen Sie mir mit, ob Sie mein Schreiben erhalten haben.
Mit freundlichen Ostergrüßen
Julia-Gertraud Hamann
 
 
 

Chef-Redaktion schrieb am 24.4.00
Sehr geehrte Frau Hamann,
ich habe Ihr Schreiben erhalten und Ihre Vorwürfe zur Kenntnis genommen. Ich
habe die Lokalredaktion unterrichtet und gebeten, der Sache nachzugehen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. W M
 
 
 

baumschutz.hannover schrieb am 1.1.2001  (ca 8 Monate später):
Kopie an Herrn Dr. M mit der Bitte um Kenntnisnahme - zur Erinnerung an
unseren Schriftwechsel Anfang 2000 (Subjektive Berichterstattung Ihrer Zeitung)
Sehr geehrter Herr M,
vielen Dank, daß Sie Herrn I mit den Baumfällungen am ehemaligen Sozialgericht beauftragt haben.
Ich würde mich freuen, wenn Sie diese zweifelhafte "Genehmigung" am Sozialgericht einmal der erstaunlichen "Ablehnung" (HAZ 18.12.00: Wenn eine Eiche zum Stolperstein wird) gegenüberstellen könnten, um die unterschiedliche Auslegung der Baumschutzsatzung deutlich zu machen.
Ich habe Herrn I darauf hingewiesen und er will beim Umweltamt nachfragen
Der Objektivität wegen wäre es dann allerdings sinnvoll, die Fällungsgenehmigung - ebenso wie den Bericht über die Ablehnung - auch im LOKALTEIL Ihrer Zeitung zu veröffentlichen.
Mit baumfreundlichen Grüßen
Julia-Gertraud Hamann
(Baumfrau "Julia II")
 
 
 

Anmerkung: Der Artikel über die genehmigten Baumfällungen am souialgericht erschien am 4.1.01 - wie gewohnt in der Stadtteil-Zeitung - während die o.g. Ablehnung im Lokalteil erschienen war!

So wird der (falsche!) Eindruck erweckt, daß die Baumschutzsatzung besonders streng gehandhabt wird!
 


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