Baumschutzinitiative Hannover
 
PD-Nachrichten 7.8.04:
Die Baumschutzinitiative klagt an

Beeinträchtigung der Natur durch das Parken von (Polizei-) Fahrzeugen unter Bäumen

Die Baumschutzinitiative Hannover hat kürzlich aus aktuellem Anlass
erneut in einem an Herrn Polizeipräsidenten Klosa gerichteten Schreiben
darauf hingewiesen, dass Polizeifahrzeuge häufig unter Bäumen geparkt
werden, obwohl das Parken unter Bäumen gegen die Baumschutzsatzung der
Landeshauptstadt Hannover verstoßen würde.

Tatsächlich ist es nach der Baumschutzsatzung der Landeshauptstadt
Hannover vom 08. Juni 1995 verboten, geschützte Bäume - das sind zum
Beispiel alle Laub- und Nadelbäume mit einem Stammumfang von mindestens
60 cm und Einzelbäume der Arten Eibe, Rotdorn, Weißdorn, Stechpalme etc.
mit einem Mindestumfang von 30 cm - zu beschädigen oder zu beeinträchtigen.

"Leider glauben es viele Menschen nicht und halten es für unsinnig.
Durch dasÜberfahren und Abstellen von Fahrzeugen auf offenen Baumscheiben (das ist die unversiegelte Fläche unter der Krone) wird das Erdreich komprimiert und verfestigt. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Fahrzeug kurz oder lange dort stehen bleibt, die Verdichtung geschieht sofort.

Durch die Verdichtung bekommen die Wurzeln weniger Luft, Wasser und
Nährstoffe und sterben ab - und es entstehen Faulstellen. Diese Faulstellen sind Pforten für Pilze, Viren und Bakterien, die in den Baum eindringen und den Baum zerstören. (Das gleiche geschieht übrigens auch an Baustellen, wenn die Wurzeln mit dem Bagger beschädigt oder abgerissen werden!).

Je nach Vitalität des Baumes kann es 10 bis 20 Jahre dauern, bis die Schäden sichtbar werden. Der Baum wird dabei ausgehöhlt und verliert im Laufe der Zeit seine Standfestigkeit. Dann muss er aus Sicherheitsgründen gefällt werden.

Jede Fällung bedeutet aber eine Verschlechterung des Stadtklimas, denn für eine hundertjährige Buche müssten z. B. 2000 neue Bäume gepflanzt werden, um sie vollständig zu ersetzen. In Hannover ist aber das Verhältnis von Fällung zu Neupflanzung nur 1:1, so dass mit jeder Baumfällung ein Verlust an Grünmasse verbunden ist - bei ständig wachsendem Schadstoff-Ausstoß. Darum ist es so wichtig, die Bäume zu erhalten und vor Schädigungen zu schützen!" so Frau Julia-Gertraud Hamann von der Baumschutzinitiative Hannover.

Obwohl somit nicht jegliches Parken unter Bäumen, sondern das zu
Beschädigungen oder Beeinträchtigungen von geschützten Bäumen führende
Parken verboten ist, sollte das Parken von Polizeifahrzeugen unter Bäumen
grundsätzlich vermieden werden. *)

Denn der vom Satzungsgeber verfolgte Zweck, unsere Umwelt zu schützen,
kann nur erreicht werden, wenn keine Fahrzeuge unter Bäumen geparkt
werden, da nur so ausgeschlossen werden kann, dass die Bäume hierdurch
beschädigt oder beeinträchtigt werden.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizeidirektion Hannover
sollten auch hier mit gutem Beispiel vorangehen und unnötige
Beeinträchtigungen oder Beschädigungen der Natur vermeiden.

Dez. V 3.3 /wa

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*)  Anmerkung:
Auch nach der StraGrüO der Stadt Hannover ist das Parken auf Baumscheiben untersagt (§ 8 g):
"In den Grünanlagen ist es verboten, außerhalb der dafür vorgesehenen Straßen, Wege und Plätze mit Kraftfahrzeugen zu fahren, Kraftfahrzeug zu parken oder abzustellen".

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Auszug aus dem Schriftwechsel mit der Polizei:
Sehr geehrte Frau Hamann,
in den PD Nachrichten vom 7. August 2003 haben wir eine DIN A 4-Seite
mit der Überschrift: "Die Baumschutzinitiative klagt an" veröffentlicht. Dieses
Publikationsorgan der Polizeidirektion Hannover erreicht alle 2800 MitarbeiterInnen. Zusätzlich werden die PD Nachrichten in das Intranet unserer Behörde eingestellt, um bestimmte Artikel nochmals nachlesen zu können. Rückmeldungen über eine Resonanz bei den MitarbeiterInnen erhalten wir in der Regel nicht.
Zu Ihrer Information: Ihre Mail habe ich an die Pressestelle der Feuerwehr Hannover weitergeleitet.
Mit freundlichem Gruß
B. H.
Dezernat Öffentlichkeitarbeit
Polizeidirektion Hannover
 
 


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