Baumschutzinitiative Hannover





ROBIN WOOD-Magazin Nr. 66 (2000):

 Leserbrief zu dem Artikel:
“Zu Besuch bei EXPO-Projekt Nr. 129 - Heile Welt im Regenwaldhaus von Hannover”
 

Bäume sterben leise!

In Hannover werden die Umweltprobleme schöngeredet  - sowohl die globalen wie auch die lokalen. Das Engagement der Baumschutzinitiative für die Bäume vor unserer Haustür wurde von der Verwaltung mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln erschwert - insbesondere durch den “EXPO-Wahn”: Bei zig-tausenden von Baustellen wurden - neben zahlreichen Fällungen - mindestens ebenso viele Bäume geschädigt. Die bloße Verkleidung des Stammes ließ die Bürger denken, die Bäume seien geschützt. Doch meist wurden die Wurzeln mit dem Bagger beschädigt, wodurch Pilze in die Bäume gelangen und die Bäume in den nächsten Jahren zerstören können. Dieser Prozeß geht jedoch nur sehr langsam vonstatten, so daß die Beweisführung schwer ist. BÄUME STERBEN LEISE!!!

Die gleiche Wirkung hat das Parken von Autos unter Bäumen, was ebenfalls in Hannover ignoriert wird: Die Stadt Hannover “vermarktete” bei Großveranstaltungen in Herrenhausen die Baumscheiben (Name für die Fläche unter dem Baum) gegen Parkgebühr. Durch das neue Regenwaldhaus ist der Parkdruck in diesem Bereich noch größer geworden. Als der Umweltdezernent seinen 50. Geburtstag im Regenwaldhaus feierte, stellten seine Gäste ihre Autos unter den umliegenden Bäumen ab - obwohl er zuvor öffentlich beteuert hatte, Baumschutz sei ein wichtiges Thema in Hannover. Mit Müllbäumen, Annageln von Zetteln an Baumstämmen und anderen “Kleinigkeiten” wird die Zerstörung der Bäme weiter gefördert - bis sie schließlich gefällt werden müssen. Erst dann dringt der schmerzliche Verlust in das Bewußtsein der Bürger ein, die sich von Baumschutzsatzung, Forsthütern und Parkrangern beruhigen lassen.

Als “Trostpflästerchen” wurden dann ganz schnell Tausende von neuen Bäumen an allen passenden und unpassenden Stellen gepflanzt, damit die EXPO-Besucher die “Stadt als Garten” bewundern konnten - Leider hat jedoch ein erheblicher Teil der Neupflanzungen die EXPO kaum überlebt!

In unserer privaten Homepage “www.baumschutzinitiative.de” werden diese Zusammenhänge ausführlich beschrieben.

Julia-Gertraud Hamann
 
 
 


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